MAGA war der wohl erfolgreichste Wahlkampfslogan von Ronald Reagan 1980. Donald Trump 2015, Barry Goldwater, Bill Clinton kopierten ihn. Europa ist dabei sich anzustecken. Der Slogan ist grundsätzlich falsch. Das deutsche Wort „groß“ (= lang, breit, viel, mächtig, großartig) zeigt die Ambivalenz. Statt „Make America Great Again“ sollten wir uns an den Realitäten orientieren und in aller Bescheidenheit aus der europäischen Geschichte lernen. Die USA werden dann zum warnenden Beispiel.
„Amerika“ gibt es nicht.
- Der Kontinent wurde 1507 von Europäischen Kartographen (Ringmann) so benannt.
- Sein Name war auch nicht der Vorname des ersten Eroberers. 1492 landete Christoph Kolumbus in der Karibik. Amerigo Vespucci „entdeckte“ 1504 nur die Mündung des Amazonas in Süd-Amerika.
- Amerika ist der von seinen Eroberern 1504 verliehene Kolonialname für den Kontinent zwischen Nordpol und Feuerland. Bis dahin nannten sie ihn irrtümlich (West)„Indien“. So wurden aus seinen 20 Mio. Ureinwohnern (Indigene, Erste Nationen (Canada), native Americans) „Indianer“ (Inder).
- Die englischen Kolonialisten usurpierten den Namen „Amerikaner“. Für Mittel- und Südamerika blieb eine Differenzierung als Latein-Amerika, Canada und Grönland gingen leer aus. Die Eroberung (conquista) wurde als Entdeckung (exploration) verklärt, obwohl die Vikinger 500 Jahre und die Ureinwohner 12000 Jahre früher das Land besiedelten. Der Ostteil der Karibik heißt gleichwohl weiterhin British West-Indies und spielt unter diesem Namen Cricket.
- Die USA repräsentieren nur 25% der Landfläche Amerikas und 34% seiner Bewohner,
„Vereinigte Staaten von Amerika“ auch nicht.
- 1776 usurpierten 13 der heutigen Einzelstaaten im Ostteil Nord-Amerikas ohne Norden (Canada) und Süden (Spanisch) diesen Namen für sich. Sie kauften oder erkämpften sich anschließend den Mittelwesten von Frankreich, Alaska von Russland, die Südstaaten (Groß Texas) von Mexiko und Spanien, Teile des Nordens von England.
- Dieser Norden hat eine Fläche von 10 mio. qkm und gehört zu Canada. Die USA haben südlich daran anschließend etwas weniger Fläche 9,5 mio. qkm, Mexiko im Süden 2 mio. qkm. Mittel- und Südamerika umfassen insgesamt 33, 5 Mio. qkm. Im Norden herrschten Engländer und Franzosen, im Süden Portugiesen und Spanier. Die dort schon bestehenden Staaten der Ureinwohner wurden ausradiert.
- Es gibt nur „Vereinigte Staaten in Nord-Amerika“, die von vornehmlich europäischen Immigranten besiedelt sind. Diese Minderheit bezeichnet sich selber als Americans und macht allen anderen die Bezeichnung streitig.
“Great” verbirgt “Big”.
- Trump und der neue Nationalismus verwechseln bewusst „great“ (großartig), oder „Beautiful“ mit „big“ (groß).
- Sie wollen größer werden, expandieren: Grönland kaufen oder besetzen, Canada als 53. Staat eingemeinden, Mexiko zurückdrängen, den Golf von Mexiko in Golf von Amerika umbenennen und damit zum Inland deklarieren, die Militärausgaben aufstocken, weltweit Wirtschaftsmonopole in Schlüsselindustrien durchsetzen.
- Das erinnert an die deutsch-österreichische Politik der Machtentfaltung im 19. und 20. Jahrhundert. Sie wollten Deutschland groß haben. Die „Großdeutsche (Volks)Partei“ in Österreich (1919) träumte von einem militärisch starken Einheitsstaat. Der Traum wurde 1938 mit dem „Anschluss“ als Alptraum verwirklicht. Hitler benannte Deutschland 1943 um in „Großdeutsches Reich“. Es sollte nach dem Kriegsgewinn „Großgermanisches Reich Deutscher Nation“ heißen. Mussolini bezeichnete Groß-Italien als neues römisches Imperium. Groß-Serbien war ein völkischer Anspruch.
- Territoriale Größe (“Raum im Osten“) war nur ein Vorwand . Gemeint war immer die nationale Größe, die sich in politischer Macht nach außen wie innen niederschlagen sollte. Deutschland den Deutschen, Serbien den Serben, Italien den Italienern und jetzt America first.
- Amerika den Amerikanern. Mit seiner ‘Big, Beautiful Bill’ vom 4. Juli 2025 erklärt der „big boss“ Trump, was er unter Great und Beautiful versteht. Der Schlusssatz in seiner Fernsehshow „The Apprentice“ machte ihn berühmt: „You’re fired!” (“impressing the boss’ is the only way to ‘climb the corporate ladder.”)
„Zurück“ aber wohin?
- Die USA von heute hat innerhalb von nur 300 Jahren ihre größte Ausdehnung, Macht, Bevölkerungszahl und wirtschaftliche Stärke erreicht. Zurück heißt Abstieg. Der droht tatsächlich mit dem Ende der Kolonialzeit und dem Zusammenschluss der ehemaligen Kolonien etwa in BRICS.
- Faschistische Diktatoren haben behauptet, sie wollten die Macht nur haben, um die guten alten Zeiten wiederzubekommen bzw. zu erhalten. Mussolini wollte das römische Reich zurück, Hitler den Beamten und Militärstaat, Franco und Salazar eine militärisch klerikale Dynastie, Antonescu, Horti und Pétain hassten Sozialisten und Demokratie. Es war immer ein großer Betrug und führte zu Vertreibung und Krieg.
- MAGA meint: Make the USA-citizens more powerful – “Macht die US-Amerikaner mächtig”. Das ist gefährlich, weil sie schon mächtig sind, aber und nicht wissen, wer sie sind.
MEGA: Bewahre uns vor dem Übel. Never again.
- AFD, PIS, FIDESZ verlangen schon jetzt „Make Europe Great again“
- Liberale und linke Parteien wollen die Grenze für ihr Europa vom Ural an die Westgrenze Weißrusslands verlegen. Kultur und Wirtschaft kennen einen neuen eisernen Vorhand.
- Westeuropa hat die Welt mit Kolonialismus und Faschismus terrorisiert. Es sollte die geographischen und historischen Gegebenheiten anerkennen.
- Die vier Haupttäter England, Frankreich, Deutschland, Italien sind besonders gefordert.
- „Never again“: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg. Big may sometimes be necessary but it is never great or beautiful.