„Jede Menge Lügen“ – das Feindbild der SZ

Was unterscheidet Social Media von einer Zeitung? Sie überschneiden sich, wo es um Glaubenssachen geht. „Regime, Angeblich, Lüge, gefälscht, Partei, Regime“. Rattenhuber fasst es in der SZ v. 13.12.2020 zusammen: “Weiß doch jeder, dass China, das Minderheiten unterdrückt und Dissidenten gnadenlos verfolgt, das Versuchslabor für die totalitäre Überwachung der Welt ist.”

Das ist nicht neu.  Asiatische Horden, die gelbe Gefahr“ und Arbeitsameisen hinter dem Bambusvorhang passen nicht zum westlichen Bild eines Entwicklungslandees. Deren Freiheitsdrang hat schon einmal Mandschu, Shanghai, Macao, Tsingtau u.a. zum Opiumgenuss befreit. Auch Ost-Turkestan alias Xinjiang, das Uigurenland, das zum Eigentum muslimischer Minderheiten mit Sitz in München gehört, möchte befreit werden. Obwohl es hier wiederholt wird, damit wir es nicht vergessen, geht es gleichwohl nur um die Pandemie, also um alltäglichen Journalismus. Der aber kann nur noch über sich selbst berichten.

Das Zeitungswissen der Lea Deuber reicht aus, um am 27. Dezember eine Zugfahrt nach Wuhan vom Januar 2020 zu präsentieren. Er täuscht Erfahrungen mit der Pandemiebewältigung in China vor, über die wir so gerne mehr wüssten. Stattdessen erhalten wir folgendes:

„76 Tage Lockdown und jede Menge Lügen: Unsere Reporterin war in diesem Jahr mehrfach zu Besuch in der Stadt, in der alles begann – und angeblich alles zu Ende ist.“

 „Wuhan. Es ist der 22. Januar.“

„Es ist schwer, mit der Geschichte aus Wuhan in Deutschland durchzudringen.“ „Nur Menschen mit Symptomen dürfen Wuhan nicht mehr verlassen. Inzwischen gibt es offiziell mehr als 440 Fälle und 17 Tote in der Elf-Millionen-Stadt. Die tatsächliche Fallzahl liegt schon deutlich höher. Experten in Großbritannien haben bereits eine Woche zuvor anhand der Fälle im Ausland errechnet, dass etwas mit den Zahlen aus Wuhan nicht stimmen kann.“ „Einige Verkäufer schniefen, sie wirken krank. Doch auf das Geld will hier niemand verzichten – und es ist tiefer Winter, irre kalt.“ „Die Reporterin war mittlerweile bei zwei Krankenhäusern und dem Fischmarkt, sie steht jetzt in der Lobby eines Hotels. Fahren? Bleiben? Der Chef nimmt einem die Entscheidung schließlich ab. ‚Nichts wie raus da!‘, lautet die Ansage. Kurz vor Mitternacht nimmt man den letzten Zug aus Wuhan…. Die nächsten Wochen sind eine Zeit der Ohnmacht für Reporter. Mit der Abriegelung der Stadt versiegt auch der Informationsfluss… Nachrichten von verzweifelten Menschen werden im Netz schnell gelöscht, unabhängige Journalisten und Bürgerreporter festgenommen. Dafür gibt es rund um die Uhr einen Livestream vom Bau zweier Krankenhäuser.“

Mitte Februar

„In Europa gilt die Geschichte aus Wuhan bald als “auserzählt”, wie es im Journalisten-Jargon heißt… Mitte Februar bietet die Münchner Sicherheitskonferenz dem chinesischen Außenminister Wang Yi eine Bühne für seine Propaganda. Doch wer in China zu dem Thema (woher das Virus kam U.R.) forscht, braucht eine staatliche Genehmigung. Die Frage ist für Peking hochpolitisch. Die Überwachung durch die Sicherheitsbehörden in Wuhan ist immer noch umfangreich: Journalisten werden behindert; immer noch sitzen Aktivisten und Bürgerjournalisten in Haft, die unabhängig aus Wuhan berichtet hatten.“

Sommer 2020

„könnte die Pandemie zu Chinas Tschernobyl-Moment werden. Die Vertuschung, ein überlastetes Gesundheitssystem, Massenproteste im Netz. Doch die Pandemie zeigt, wie die Partei in der Lage ist, Krisen in Chancen zu verwandeln. Sie schickte Zehntausende Ärztinnen, Ärzte, Schwestern und Pfleger nach Wuhan. Durch den totalen Lockdown, das rigorose Eingreifen und die Überwachung gelang es im Sommer, das Virus weitestgehend in den Griff zu bekommen.“ „Und je schlechter die Demokratien auf das Virus reagieren, desto selbstbewusster wird China.“ „Die Zahlen liegen möglicherweise deutlich höher. Doch in China gibt es keine Aufarbeitung, keine Schuldigen, sondern nur noch Helden. Die Geschichte wird von Siegern geschrieben, auch in Wuhan.“

Juli 2020

„‘Sicherste Stadt der Welt‘, so nennen die Menschen ihre Stadt, als die Reporterin im Juli nach Wuhan zurückkehrt…. Sie haben überlebt. Jetzt wollen sie wieder leben.”

Dezember 2020 (Fragen an das Nichts)

Für das was uns versprochen wird, ein Bericht über die Beküämpfung der Pandemie in China, erfahren wir hier und auch in anderen Ausgaben nichts. Wir brauchen Informationen über  ein Land, das die Zukunft der Welt wesentlich mitbestimmen wird. Ob Washington und München die richtigen Plätze sind, um China zu verstehen? Das Verstehen einer Zeitung sollte im Kopf des Lesers erfolgen und nicht schon im Text fertig sein. Wie Chinakritische Berichterstattung möglich sein kann, sieht man in ZDFínfo’s China Serie. Da kommt dann immerhin auch einmal ein Chinese in diesem Land zu Wort.

Unsere Fragen wären z.B.

Was passiert aktuell? Wie läuft die Kontrolle der Pandemie zwischen Test, Schnelltest, Fiebermessungen, Symptomatik? Wie viel hilft der Mundschutz? Was sind die Erfahrungen mit millionenfachen Impfungen? Was ist das Imfpsystem? Wo in der Welt fahren chinesische Corona-Testmobile? Wie helfen sie Afrika? Was erzählen die 10 chinesischen Studien zur Virenluft? Was kostet eine Impfung? Wie steht die Bevölkerung zu den Massnahmen? Was weiß man über die neuen Fälle in Peking? Was glauben Eure Wissenschaftler über die Herkunft des Virus?

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