COVIT-19 Datenanalyse der Infizierten 24.3.2020

Die chinesischen und deutschen Statistiken sind für Excel von der EU auch als Zeitreihe für Excel hier verfügbar gemacht. Ärgerlich ist die Umstellung der chinesischen Statistik am 13.2.2020. Sie haben plötzlich einen Sprung von 2.028 Neuinfizierten auf 15.141. Wir haen es in die Datensätze davor verteilt genauso den Ausrutscher in den italienischen Daten, wo plötzlich 4000 Infizierte fehlten. Die Gesamtzahlen haben sich dadurch nicht verändert.

Messen, was uns bedroht.

Die täglichen Horrorzahlen erzählen uns etwas über Infektionen, nicht aber über Infizierte. Wir müssen aber wissen, wie die Bedrohung wächtst und die kommt nicht von den Infektionen, sondern von den Infizierten.

Die Statistiken, die Neuinfektionen weltweit kumulieren und China damit obwohl genesen an die Spitze der Kranken katapultieren, helfen uns nicht zu verstehen und vorherzusagen. Mit einer solchen Statistik wird man uns in einem Jahr erzählen, dass es in China 81.000 Menschen gab, die sich infiziert hatten. Tatsächlich lebt dort dann vielleicht keiner mehr, der ansteckend wäre. Im Gegenteil, die Immunitätsrate dürfte besser sein als im Rest der Welt.

Wir müssen als die Zahlen der Ansteckenden bei uns verfolgen. Das sind die aktuell noch Kranken. Die Gesunden und die Toten bedrohen uns nicht mehr. Die Hopkins Statistik nennt das die „active casees“. Active, weil sie uns infizieren können.

Diese Fallzahlen und ihr Verlauf geben uns einen Eindruck davon, wie effektiv wir die Krise bekämpft haben und kontrollieren. Leider gibt uns keiner die Daten. Hopkins teilt sie aktuell mit, die Zeitreihen suche ich vergeblich. Deshalb habe ich mir beholfen.

Die Infizierten bilden die Summe derjenigen, die zum jeweiligen Zeitpunkt noch ansteckend sind (kumulierte Infektionen) abzüglich der Geheilten und der Toten. Das ist bei Hopkins treffend in grün dargestellt, obwohl rot die bessere Farbe wäre. Doch wir können sie schätzen. 99% der Krankheitsfälle sollen innerhalb von 14 Tagen nicht mehr infiziert sein, weil sie gesundet oder gestorben sind. Wenn ich also die Daten aller Infizierten, die länger als 14 Tage zurückliegen, von den aktuellen kumulierten Infektionsdaten abziehe, dann müsste ich die Zahl der noch Kranken haben.

Wie entwickelt sich die Krise weiter?

Wir haben dies in den folgenden Tabellen für Deutschland und China gemacht und zwar wie in der italienischen Presse dort angefangen, wo die Grenze von 200 Infektionen überschritten wurde. Das war in Deutschland am 4.3.2020 und in China am 22.1.2020, also mit einer Verzögerung von rund Verzögerung von rund 6 Wochen.

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, dass die Krankheit in Hubei (60 Mio Einwohner) und Deutschland (80 Mio. Einwohner) recht ähnlich verlief. Die Infektionszahlen stiegen rasant an. Die Gesundungszahlen fielen dabei kaum ins Gewicht. Die Anzahl der Ansteckenden wuchs kontinuierlich. Für beide Länder haben wir nun die ersten 21 Tage der Epidemie verfolgt. Die Kurve sieht recht ähnlich aus.

Es zeigt sich, dass anfänglich die Anzahl der Infektionen mit der Anzahl der Infizierten („active cases“) praktisch identisch ist. Doch die Kurven zeigen Unterschiede. Die deutsche Kurve biegt sich exponentiell nach oben, die chinesische flacht gegen Ende der Periode allmählich ab und zeigt einen deutlicher werdenden Unterschied zwischen Infizierten und Kranken. So weit sind wir in Deutschland noch nicht.

Wie wichtig es ist, die Infektionen zu strecken und mehr Gesundungen zu bekommen, zeigt der weitere Verlauf der Krise in China. Hier gab es einen ersten Umschwung am 16.2., der anschließend wieder durch steigende Zahlen kompensiert wurde. Nachhaltiger war dann der Umschwung am 11.3.2020. Für Deutschland würde dies bedeuten, dass wir bei Einhaltung strikter Trennungsmaßnahmen einen Umschwung etwa a, 10. Mai 2020 erreichen müssten. Dann hätten wird das chinesische Beispiel erreicht. Es könnte der Sache dienen, wenn das RKI uns jeweils mit den Krankenzahlen klarmacht, wie nahe wir diesem Ziel sind. Die aktuellen Zieldaten vom 10. April für die Wiedereröffnung von Schulen und Hochschulen sind illusorisch und keine Hilfe.

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